Atakan Karazor könnte am Samstagabend seine erste Saisoneinsatzminute für den VfB Stuttgart erhalten. Der 29-jährige defensive Mittelfeldspieler steht nach der Knieprellung von Angelo Stiller und den jüngsten Defensivproblemen der Schwaben zur Verfügung, wenn der Tabellenzweite Borussia Dortmund zu Gast kommt.
Sebastian Hoeneß muss eine wichtige Personalentscheidung für das Topspiel um 18.30 Uhr treffen. „Wird er vom Bankdrücker zum Lückenfüller?“, fragte der 44-jährige Trainer rhetorisch. Karazor, der frühere Mannschaftskapitän, hat in dieser Saison noch nicht einen Ball für Stuttgart berührt. Stattdessen setzte Hoeneß bisher auf die Doppelsechs mit Stiller und dem offensiveren Neuzugang Grischa Prömel, der in den ersten drei Spielen bereits 247 Minuten absolviert und dabei zwei Tore erzielt hat.
Defensive Lücken
Die Notwendigkeit für einen Stabilisator wie Karazor wurde in der 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim deutlich. Stuttgart kassierte beide Tore nach hohen Ballverlusten, ließ die Zentrale zu offen und sicherte die Tiefe nicht konsequent ab. Auch in den Trainingseinheiten dieser Woche lag der Fokus auf dem Umschaltspiel und dem Schließen der Mitte. Karazor war in seiner Rolle als Sechser vor der Abwehr stets ein lautstarker Dirigent. „Als Sechser vor der Abwehr dirigierte der Ex-Kapitän dabei lautstark wie kein anderer Spieler, schob seine Mitspieler nach links und rechts und wurde bei schlechter Umsetzung auch mal deutlich“, heißt es.
Sollte Stiller rechtzeitig fit werden, könnte Hoeneß auch auf ein Dreier-Mittelfeld mit beiden setzen. Nach Stillers Ausfall im letzten Spiel war jedoch der 19-jährige Yanik Spalt Karazor vorgezogen worden. Die Ankunft des BVB, der mit neun Punkten aus drei Spielen auf Platz zwei der Tabelle steht und eine makellose Serie von fünf Siegen in Folge vorweisen kann, stellt eine besondere Herausforderung dar. Im letzten Aufeinandertreffen im April gewann Dortmund in Stuttgart mit 2:0.
Für Borussia Dortmund geht es darum, die perfekte Bilanz von fünf Siegen in Folge auszubauen und den Druck auf die Tabellenspitze zu halten. Die Mannschaft von Edin Terzić reist mit dem Rückenwind eines 3:0-Heimsiegs gegen Paderborn an, bei dem Fábio Silva und ein Doppelpack von Felix Nmecha trafen. Nmecha, der in der laufenden Saison bereits auf 4 Torbeteiligungen kommt, ist ein zentraler Mann in der Offensive. Die Entscheidung über Karazors Einsatz fällt Hoeneß am Samstag vor Anpfiff.
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