Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac hat dem jungen Samuele Inacio nach dessen verheerendem Bundesliga-Debüt den Rücken gestärkt. Der 18-Jährige sah nach nur etwa 200 Sekunden auf dem Platz die Rote Karte, konnte aber den 2:0-Heimsieg gegen den Hamburger SV am Samstag nicht mehr verhindern.
Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte Inacio in der 74. Minute die Roten Karte wegen eines rückständigen Rutschers gegen Albert Grønbaek vom HSV. Der Abgang ließ Dortmund in den Schlussminuten mit einem Mann weniger spielen. Kovac berichtete nach dem Spiel, wie getroffen der Teenager von dem Vorfall war. "Ich bin gerade in die Kabine gegangen und der Junge saß da und weinte", sagte der Cheftrainer. "Es war seine erste Rote Karte als Bundesliga-Profi, und sie passierte hier in diesem Stadion."
Nicht nur der Trainer, auch die erfahrenen Spieler im Kader sprangen für den Nachwuchsspieler ein. Innenverteidiger Waldemar Anton bezeichnete Inacio als einen jungen, motivierten Spieler mit enormen Qualitäten. Kovac betonte, dass die Aktion nicht absichtlich gewesen sei und der Jugendliche aus dem Fehler lernen müsse. "Er war zu spät. Er muss da nicht zu Boden gehen, und dann erwischt er ihn.", analysierte Kovac die Szene nüchtern.
Die Unterstützung für Inacio kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Personalsituation bei Borussia Dortmund ohnehin angespannt ist. Auf der Verletztenliste stehen aktuell vier wichtige Akteure: Giannis Konstantelias, der im Spiel gegen Hamburg noch traf, Justin Lerma, Nico Schlotterbeck und Ramy Bensebaini. Kovac bestätigte zudem potenziell verheerende Verletzungsnachrichten für Torschütze Konstantelias, was die Offensive weiter belastet.
Der Sieg gegen Hamburg war der erste Saisonsieg und brachte drei wichtige Punkte. Borussia Dortmund startet mit diesem Erfolg auf Platz 5 der Bundesliga-Tabelle. Die Bilanz nach einem Spiel: ein Sieg, kein Unentschieden, keine Niederlage. Die Tordifferenz von +2 (zwei Tore erzielt, keines kassiert) ist ein solider erster Wert. Die aktuelle Formkurve zeigt ein 'W' für den Sieg.
Der nächste Prüfstein wartet bereits am 5. September 2026. Dann geht es für Kovacs Team auswärts zum Tabellenzwölften, der TSG 1899 Hoffenheim. Dieses Duell ist der nächste Eintrag im Spielplan. Ein Erfolg dort könnte die junge Mannschaft weiter bestärken und die schwierige Personalphase überbrücken helfen.
Die unglückliche Premiere wird den Werdegang des Talents nicht definieren, aber sicherlich eine Lektion sein. Die Reaktion von Trainer und Mannschaftskollegen zeigt, dass er weiterhin zum Plan gehört. Sein Platz im aktuellen Kader ist nicht in Gefahr. Die Aufgabe für Kovac und sein Trainerteam wird nun sein, das Selbstvertrauen des 18-Jährigen wieder aufzubauen und ihm in den Trainingswochen vor dem Hoffenheim-Spiel Sicherheit zu vermitteln.
Die Konkurrenz auf seiner Position ist groß, doch die öffentliche Unterstützung signalisiert Geduld. Die kommenden Trainingseinheiten und mögliche weitere Kurzeinsätze werden zeigen, wie schnell Inacio die negativen Bilder ablegen kann. Sein nächster Einsatz könnte bereits am 5. September in Hoffenheim erfolgen, wo Dortmund den zweiten Saisonsieg anpeilt.
