Ewald Lienen hat Borussia Dortmund nach der Supercup-Niederlage gegen Bayern München scharf kritisiert. Der 72-jährige ehemalige Bundesliga-Trainer äußerte sich in einem Podcast und verurteilte die Spielweise des BVB als unfair und schmutzig.
Die Kritik fiel, wie der Express berichtete, zum Ende der Sommerpause im Podcast "Der Sechzehner". Lienen bezog sich konkret auf die 1:2-Niederlage vom vergangenen Samstag. Er nannte die Namen von Julian Ryerson, Soumaïla Coulibaly und Ramy Bensebaini als Beispiele für Spieler, die seiner Ansicht nach durch Halten und Fouls versuchten, auf unlautere Weise zum Erfolg zu kommen. "Es war sofort ganz klar: Ich bin unfair, ich halte fest, ich foule, ich versuche irgendwie auf schmutzige Art und Weise zum Erfolg zu kommen", sagte Lienen wörtlich.
Was kritisierte Lienen am BVB?
Die Kritik des erfahrenen Trainers richtete sich nicht nur gegen einzelne Aktionen, sondern gegen eine grundsätzliche Haltung. Lienen sah im Supercup ein Muster, das über Einzelfouls hinausging. Er zog sogar einen Vergleich zu negativen Beispielen von der WM 2026, wo Paraguay und Argentinien durch ähnliches Verhalten aufgefallen sein sollen. Für ihn gibt es eine klare Grenze, die der BVB überschritten habe.
Besonders stört ihn die Reaktion von Trainer Niko Kovač am Spielfeldrand. Der 54-jährige BVB-Cheftrainer habe das Verhalten seiner Spieler laut Lienen als normal hingenommen und nicht korrigiert. Dies sei ein zentraler Punkt der Kritik, denn die Verantwortung liege beim Trainer, die Spielkultur seiner Mannschaft zu prägen. Lienen machte deutlich, dass er diese Art des Coachings ablehnt.
Warum ist Kovač für Lienen kein Vorbild?
Die persönliche Enttäuschung über Niko Kovač kam in Lienens Aussagen deutlich zum Ausdruck. "Da ist Niko auch für mich nicht vorbildlich gewesen. Ich glaube nicht an so eine Art und Weise des Coachings", sagte der 72-Jährige im Gespräch mit DAZN-Kommentator Michael Born. Für einen Trainer mit Lienens Erfahrung und Prinzipien ist die Akzeptanz von unfairem Spiel ein No-Go.
Lienen, der selbst lange in der Bundesliga trainierte, betonte seinen grundsätzlichen Glauben an einen sauberen Sport. Die von ihm kritisierte Mentalität passe nicht zum Image des BVB, der in der abgelaufenen Saison mit einer soliden Defensivbilanz von nur 34 Gegentoren Vizemeister wurde. Die Mannschaft hatte mit 73 Punkten und 22 Siegen eine starke Saison gespielt, lag am Ende aber 16 Punkte hinter Bayern München.
Wie geht es für den BVB weiter?
Die Kritik kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Borussia Dortmund steht unmittelbar vor dem Start in die neue Saison. Das nächste Spiel ist bereits am 29. August gegen den Hamburger SV im Signal Iduna Park. Die Mannschaft will die negative Schlagzeile schnell hinter sich lassen.
Die letzten Ergebnisse der Vorsaison, die in unserer Statistik einsehbar sind, zeigen mit der Form WWLWL eine gewisse Unbeständigkeit. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Mannschaft unter Kovač einen anderen Weg einschlägt. Der Fokus liegt jetzt auf dem Heimspiel gegen den Tabellendreizehnten, das den Auftakt für eine neue Chance auf den Titel markiert. Die aktuelle Tabelle zeigt den BVB auf Platz zwei, eine Position, die man in der neuen Saison verbessern will. Zuvor muss die Mannschaft jedoch beweisen, dass sie auch mit fairen Mitteln erfolgreich sein kann.
